Pressespiegel
Puppentheater im Bogen
Stoffel im Zauberwald

Wer seinen Kindern Abwechslung zum rasanten und hektischen Kinderfernsehen mit Kasperl & Co. bieten möchte, ist gut beraten sich mit seinen Jüngsten eine der vielen Stoffelgeschichten im Puppentheater im Bogen anzusehen. "Stoffel im Zauberwald" ist eine dieser wunderbar ruhigen, aber dennoch nicht langweiligen Geschichten aus der Welt der Märchen mit allem was dazugehört, einem Wurzelzwerg, einer Zauberin Waldliesl und was natürlich nicht fehlen darf, einer Kuchen backenden Großmutter. Stoffel ist ein kleiner Junge, der bei seiner Großmutter wohnt und einen kranken Hasen hat. Um ihn wieder gesund zu machen, muss Stoffel zur Zauberin in den Zauberwald und die Kinder dürfen ihn dorthin begleiten. Weil Stoffel so gutherzig ist, opfert er schon mal sein Jausenbrot mit der Lieblingsextrawurst, um dem hungrigen und schwachen Wurzelzwerg Mikele zu helfen. Und sein gutes Herz bezaubert selbst die Waldliesl, die...
Bei diesem Theatererlebnis wird voll und ganz auf die jungen Zuschauer eingegangen. Den Kindern wird Zeit gegeben: Zeit sich den geeigneten Platz zu suchen, Zeit um sich für das Spiel bereit zu machen. "Können wir jetzt anfangen?" fragt die Puppenspielerin und Märchenerzählerin Karin Duit vor Beginn des Märchens. Und erst wenn alle bereit sind, wird mit der Erzählung begonnen. Sanfte Spannung wird erzeugt, was befindet sich wohl unter dem rot schimmernden Zaubertuch? Nachdem Stoffels Wunderkiste - eine mit liebevollen Details ausgestattete Bauchladenbühne - enthüllt ist, gleitet das Publikum gleichsam mit sanften Glockenspieltönen in die Erzählung hinein. Aus einer Mischung von zuschauen und mithelfen werden die Dreijährigen in das Stück miteinbezogen und so für fünfundvierzig Minuten selbst ein Teil der Geschichte.
Dieses Puppenspiel über den kleinen Stoffel und seinen Hasen bildet einen Ruhepol in der allgemeinen Hektik und vor allem eine mehr als würdige Abwechslung zum inszenierten Fernsehkasperlspektakel.

Daniela Nöbauer
(aus den Mitteilungen der IG freie Theaterarbeit Mai/Juni 2002)
 

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